Wie Teams wirklich besser werden: Psychologische Sicherheit + hohe Standards

Psychologische Sicherheit ist kein Kuschelkurs. Und sicher nicht das Gegenteil von Leistung. Denken Sie an zwei Regler: Sicherheitsempfinden und Leistungsanspruch. Sind beide hoch, fühlt sich die Zusammenarbeit nicht nur besser an – sie wird besser. (HBR, May–June 2025)
Wir alle saßen schon in Meetings, in denen kluge Menschen schweigen. Bei unserer schnelllebigen, wissensintensiven Arbeit ist dieses Schweigen teuer. Die Lösung ist aber nicht weniger Druck oder mehr Komfort. Es braucht ambitionierte Ziele + sichere Diskussionen – und zwar gleichzeitig.
Was psychologische Sicherheit nicht ist
- Nicht „immer nett sein” – gute Debatten dürfen unbequem sein (respektvoll und am Thema)
- Nicht „Ich bekomme immer meinen Willen” – sondern: „Ich werde gehört und wir entscheiden nach klaren Regeln”
- Kein Gegenspieler zur Leistung – Sicherheitsempfinden und Leistungsanspruch sind zwei Stellhebel
Die zwei Teile
- Psychologische Sicherheit = ohne Angst aussprechen
- Leistungsstandards = klare, hohe Ziele
Typische Kombinationen
- Niedrig/Niedrig → Niemanden kümmert’s: Mindestmaß, wenig Energie
- Hohe Sicherheit + niedrige Standards → Zu gemütlich: angenehm, wenig Fortschritt
- Niedrige Sicherheit + hohe Standards → Stress & Angst: man spielt auf Nummer sicher, weniger Ideen
- Hoch/Hoch → Wirkliches Lernen (Zielbild): man hilft sich, testet Ideen, liefert gute Arbeit
Quelle
Edmondson, A. C., & Kerrissey, M. J. (2025). What People Get Wrong About Psychological Safety. Harvard Business Review (May–June 2025).